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Das Jahr in dem der Chrysanthemenball ins Leben gerufen wurde, war arm an Freude und reich an Not. Zu Frau Professor Paula Zell, der späteren Gründerin des Hilfswerkes kam damals des öfteren eine Krankenschwester aus dem Säuglingsheim an der Lachnerstrasse. Sie erzählte von den großen Schwierigkeiten, denen man im Heim gegenüberstand: zerrissene Windeln, mangelnde Appa- ratur, kein Geld für Heizung oder Säuglingsnahrung, von Neu- anschaffungen ganz zu schweigen. Kurz, es fehlte am Allernot- wendigsten. Die Sorgen und Nöte der Schwester brachten Frau Professor Zell auf den Gedanken, durch ein Wohltätigkeitsfest Mittel für das Heim zu sammeln. Unter dem Protektorat Ihrer Königlichen Hoheit, Kronprinzessin Rupprecht von Bayern war es dann am 3. Februar 1925 so weit: Der Chrysanthemenball, das heute älteste Wohltätigkeitsfest Münchens wurde geboren. Im Cherubinsaal des Hotels Vier Jah- reszeiten wurde an einem einzigen Abend die damals unglaub- liche Summe von 25.000,-- Reichsmark gesammelt. Auch heute, 90 Jahre später, ist der Ball nicht nur unumstritte- ner Höhepunkt der Münchener Ballsaison, sondern verfolgt wie kein anderer seinen vordergründigsten Zweck: die Unter- stützung hilfsbedürftiger Kinder.   Durch den Erlös des Balles sowie zahlreiche Geld- und Sach- spenden werden seither regionale und überregionale Waisen- häuser, Einrichtungen für behinderte Kinder, Kinderkliniken, Kinderheime oder Organisationen die sich der Unterstützung bedürftiger Kinder angenommen haben unterstützt. Darunter befinden sich Einrichtungen wie das Franziskuswerk in Schön- brunn, das SOS-Kinderdorf in Dießen, Projekte des deutschen Kinderschutzbundes, das Haus Bambi in Schliersee, die Lachner- sche Kinderklinik, die Aidshilfe, die Pfennigparade, die Stiftung Bündnis für Kinder, die Kindertafel Glockenbach, die Arche und viele weitere, kleinere und größere Einrichtungen. Dabei ist das Engagement für den Ball stets ehrenamtlich, so dass möglichst viel Geld auch direkt bei den Kindern ankommt. Das ist auch der Grund, warum jeder Spendenempfänger auf Herz und Nieren geprüft wird, um sicher zu gehen, dass das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es dringensten benötigt wird – nämlich bei Kindern in Not. Das Jahr 1958 brachte dem Chrysanthemenball eine Neuerung, die sogleich glanzvoller Höhepunkt wurde: Die Präsentation der Debütantinnen, die an diesem Abend in die Gesellschaft einge- führt werden. Seither ermöglicht der Chrysanthemenball alljährlich ausgewähl- ten, jungen Damen die Teilnahme an dieser rauschenden Ball- nacht. Für sie ist es ein Erlebnis, an das sie auch noch nach vie- len Jahren mit Freude zurückdenken. Doch der Chrysanthemenball verfolgt damit noch ein weiteres Ziel: er möchte den jungen Menschen die Augen öffnen für die Not, die auch heute noch mitten unter uns ist. Die Augen dafür öffnen, dass nicht alle Kinder in einem Umfeld aufwachsen, das ihnen die Möglichkeit zur freien Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit bietet - aus welchem Grunde auch immer. Sei es, weil sie mit Behinderungen auf die Welt kommen oder an Erkran- kungen leiden, die Ihnen das verwehrt, sei es, weil Sie in Um- stände hineingeboren wurden, die diese Entwicklung verhindern, oder sei es, weil ihnen Dinge zugefügt wurden, die zu einer nach- haltigen Störung ihrer Persönlichkeit geführt haben. Viele ehemalige Debütantinnen engagieren sich deshalb auch noch Jahre nach „ihrem“ Ball für hilfsbedürftige Kinder.   Unterstützt wird der Chrysanthemenball neben den zahlreichen freiwilligen Helfern von vielen einflussreichen und prominenten Bürgern und Künstlern unserer Stadt und aus ganz Deutschland. Eine besondere Ehre ist die traditionelle Unterstützung des Chry- santhemenballs durch das Haus Wittelsbach und die Bayerischen Staatsregierung. Viele unserer Freunde, Gäste und Gönner kommen jedes Jahr gerne wieder, um an diesem, man darf schon fast sagen „Familien- fest“ teilzunehmen. Es ist die persönliche und familiäre Atmo- sphäre die diesem außerordentlichen Ball in München, der Welt- stadt mit Herz innewohnt. Ihnen allen liegt das Wohlergehen bedürftiger Kinder am Herzen. So konnte der Spendenertrag des Jahres 1925 von 25.000.-- Reichsmark auf eine stolze Gesamtsumme von über 3 Millionen Euro in den vergangenen 80 Jahren gesteigert werden, noch ohne dass dabei die verminderte Kaufkraft berücksichtigt wurde.   Gerade in Zeiten leerer Staatskassen ist wieder mehr Bürgersinn und ehrenamtliches Engagement gefragt, damit auch jene Kinder eine faire Chance auf ein glückliches Leben erhalten, die vom Schicksal hart geprüft wurden. Die Nöte hilfsbedürftiger Kinder sind auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt groß und wir hoffen, dass der Chrysanthemenball auch weiterhin dazu beitragen kann, sie zu lindern.   
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